045 - Wenn der Urlaub Nähe verspricht und Distanz sichtbar macht

Shownotes

Wenn der Urlaub Nähe verspricht und Distanz sichtbar macht

Die Koffer stehen im Flur.

Die Wäsche ist sortiert.

Die Post ist durchgesehen.

Und morgen früh klingelt der Wecker wieder um halb sieben.

Eigentlich war der Urlaub schön.

Gutes Essen.

Sonne.

Keine Termine.

Und trotzdem sitzt da vielleicht dieses leise Gefühl:

Wir waren uns gar nicht so nah, wie ich gehofft hatte.

Genau darum geht es in dieser Folge.


Urlaub trägt oft einen stillen Auftrag

Viele Paare sagen irgendwann im Frühjahr:

„Im Sommer haben wir endlich wieder mehr Zeit füreinander.“

Und unbemerkt bekommt der Urlaub damit eine Aufgabe.

Er soll Gespräche nachholen.

Nähe herstellen.

Leichtigkeit zurückbringen.

Vielleicht sogar etwas reparieren, das im Alltag seit Monaten nicht mehr funktioniert.

Doch das ist eine ziemlich große Erwartung.

Zwei Wochen Urlaub gegen elf Monate Nebeneinanderherleben.

Das kann kaum aufgehen.


Der Urlaub macht oft nichts kaputt

Er macht etwas sichtbar.

Im Alltag gibt es genug zu besprechen.

Kinder.

Einkäufe.

Termine.

Schule.

Arbeit.

Haus.

Auto.

Eltern.

Ihr seid ständig im Kontakt.

Aber Kontakt ist nicht automatisch Begegnung.

Im Urlaub fallen diese Inhalte plötzlich weg.

Und dann sitzt ihr euch gegenüber.

Das Essen ist gut.

Der Abend ist warm.

Alles ist eigentlich perfekt.

Und es ist still.


Wenn Stille plötzlich unangenehm wird

Vielleicht kennst du diesen Moment.

Ihr sitzt auf einer Terrasse.

Am Nebentisch lacht ein Paar.

Und in dir taucht dieser Gedanke auf:

„Die haben sich etwas zu erzählen.“

Dann redet ihr über das Essen.

Über das Wetter.

Über den Ausflug morgen.

Und beide wissen irgendwie:

Wir füllen gerade nur die Lücke.

Darunter liegt vielleicht eine viel schwierigere Frage:

„Wenn wir uns nicht einmal hier etwas zu sagen haben, wo dann?“


Die gute Nachricht

Diese Stille bedeutet nicht automatisch, dass eure Liebe verschwunden ist.

Der Urlaub hat euch nur die Ablenkung genommen.

Und damit etwas sichtbar gemacht, das schon vorher vorhanden war.

Das kann unangenehm sein.

Aber es ist auch eine Information.

Denn etwas, das sichtbar geworden ist, lässt sich anschauen.

Etwas, das weiter unter Terminen und Aufgaben begraben bleibt, arbeitet einfach weiter.


Vielleicht habt ihr Nähe anders gelernt

Denk einmal an frühere Generationen.

Viele Großeltern waren beim gemeinsamen Tun verbunden.

Beim Einkochen.

Beim Renovieren.

In der Werkstatt.

Im Garten.

Nähe entstand nebenbei.

Nicht unbedingt beim tiefen Gespräch am Abend.

Vielleicht kennst du auch noch den Sonntagsspaziergang deiner Eltern.

Alle liefen nebeneinander.

Nicht immer wurde viel geredet.

Und heute sitzt du in Italien, Kroatien oder an der Nordsee auf einer Terrasse und glaubst, ihr müsst jetzt automatisch vier Stunden tief miteinander sprechen.

Aber vielleicht habt ihr genau das nie gelernt.

Das bedeutet nicht, dass mit euch etwas falsch ist.


Im Urlaub tauchen auch die Gedanken auf, die im Alltag keinen Platz haben

Vielleicht denkt einer von euch über den Job nach.

Über die Eltern.

Über das Älterwerden.

Über die Frage:

„Will ich dieses Leben in zehn Jahren noch genauso führen?“

Und der andere trägt vielleicht ganz ähnliche Gedanken mit sich herum.

Beide sagen nichts.

Weil der Urlaub schön sein soll.

Weil keiner den anderen belasten möchte.

Und so sitzen zwei Menschen nebeneinander und schützen sich gegenseitig vor den Dingen, die sie eigentlich wieder miteinander verbinden könnten.


Dann kommt der Alltag zurück

Drei Tage nach der Heimreise funktioniert alles wieder.

Wäsche.

Schule.

Termine.

Einkäufe.

Absprachen.

Das fühlt sich sogar beruhigend an.

Doch genau darin liegt die Gefahr.

Der Alltag nimmt euch die Frage wieder ab.

Die Distanz, die im Urlaub sichtbar geworden ist, wird wieder zugedeckt.

Und im nächsten Frühjahr fällt vielleicht wieder der Satz:

„Im Sommer haben wir endlich wieder mehr Zeit füreinander.“


Nutzt das kleine Zeitfenster nach dem Urlaub

Gerade in den ersten Wochen nach eurer Rückkehr ist die Erinnerung noch frisch.

Nicht nur an das Schöne.

Auch an die Stille.

An den Moment, der sich komisch angefühlt hat.

An die Frage, die ihr nicht gestellt habt.

Du musst daraus kein großes Beziehungsgespräch machen.

„Wir müssen reden“ hat selten dafür gesorgt, dass jemand entspannt auf dem Sofa sitzen bleibt.

Probier stattdessen eine viel kleinere Frage.


Eine Frage für euch

„In welchem Moment im Urlaub hast du dich mir am nächsten gefühlt?“

Nicht:

Was war schlecht?

Was fehlt uns?

Was stimmt mit uns nicht?

Sondern:

Wann war Nähe da?

Die Antwort überrascht viele Paare.

Vielleicht war es gar nicht der Sonnenuntergang.

Vielleicht nicht das teure Abendessen.

Vielleicht war es ein kurzer Weg zum Auto.

Ein gemeinsames Lachen.

Der Kaffee am Morgen.

Zwanzig Minuten, bevor die Kinder wach waren.

Oder ein Regennachmittag, an dem einfach niemand etwas musste.


Nähe muss nicht spektakulär sein

Ein Paar, das ich begleitet habe, kam nach einem gelungenen Urlaub zu mir.

Kein großer Streit.

Keine Katastrophe.

Und trotzdem war da dieses Gefühl von Distanz.

Im Gespräch erinnerte sich der Mann an einen Nachmittag.

Es hatte geregnet.

Der geplante Ausflug fiel aus.

Sie las.

Er saß auf dem Balkon.

Irgendwann setzte sie sich einfach zu ihm.

Ohne Thema.

Ohne Anlass.

Eine halbe Stunde.

Er sagte später:

„Das war der beste Nachmittag.“

Für sie war dieser Moment fast bedeutungslos gewesen.

Für ihn war es Nähe.

Genau daraus entstand später etwas Neues.

Zwanzig Minuten am Abend.

Keine Agenda.

Kein Organisieren.

Kein „Wir müssen noch“.

Einfach zusammen da sein.


Wenn dein Urlaub nicht gehalten hat, was du dir erhofft hast, bedeutet das nicht automatisch, dass eure Beziehung schlecht ist.

Vielleicht hast du einfach eine ehrliche Information bekommen.

Was zwischen euch im Alltag entstanden ist, kann sich auch dort wieder verändern.

Nicht unbedingt mit einem großen Gespräch.

Oft in kleinen Momenten.

An ganz normalen Abenden.


Wenn du beim Zuhören an eine bestimmte Terrasse gedacht hast, an eine Stille oder an das Gefühl, dass ihr euch trotz gemeinsamer Zeit nicht wirklich erreicht habt, dann können wir darüber sprechen.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Paar Post inspirierende Beziehungsgeschichten, ein Podcast mit Michael Lame.

00:00:07: Hier hörst du echte Geschichten, ehrliche Gedanken und Impulse die Nähe neu erlebbar machen für deinen Alltag, deine Liebe und eure gemeinsame Zukunft!

00:00:22: Die Koffer stehen noch im Flur.

00:00:24: Die Wäsche ist schon aufgeteilt auf zwei bis fünf Haufen.

00:00:28: Die Post ist durchgesehen.

00:00:30: Morgen früh geht Herr Wecker wieder Um halb sieben.

00:00:34: Und irgendwo in dir sitzt ein Gefühl, dass du niemandem erzählst, weil es sich falsch anfühlt.

00:00:39: nach drei Wochen Sonne gut im Essen und einer Zeit ohne Termine.

00:00:45: Es war schön!

00:00:46: Und ihr wart euch trotzdem nicht wirklich nahe.

00:00:50: Hallo Schön, dass Du wieder mit dabei bist.

00:00:52: Heute geht's um die Woche nach dem Urlaub und das was zwischen Euch sichtbar wird wenn der Alltag drei wochenlang Pause gemacht hat.

00:01:02: Ein gemeinsamer Urlaub ist selten nur ein Urlaub.

00:01:06: Er trägt einen Auftrag mit sich, über den vorher in der Regel nicht gesprochen wird.

00:01:12: Im Frühjahr wenn die Tage lang und die Wochen voll sind sagt einer von euch irgendwann diesen Satz – Ach im Sommer haben wir mehr Zeit füreinander!

00:01:22: Dann wird das wieder.

00:01:24: Damit ist der Auftrag an den Urlaub erteilt.

00:01:28: Der soll was reparieren.

00:01:30: Das hat Monaten nicht funktioniert.

00:01:32: Er soll die Gespräche nachholen, die im Februar nicht stattgefunden haben... er soll die Nähe herstellen, die am Alltag verloren gegangen ist.

00:01:42: Zwei Wochen Adria gegen elf Monate nebeneinander.

00:01:47: Das ist eine ziemlich unfaire Aufgabenverteilung!

00:01:52: Und wenn der Urlaub sie nicht erfüllt kommt ihr nach Hause und beide tragen etwas mit sich das sich schwerer anfühlt als vorher Weil ihr jetzt auch noch die Hoffnung weg ist, die euch durch das Frühjahr getragen hat.

00:02:09: Fast jedes Paar, das mir vom Urlaub erzählt beschreibt dieselbe Anfangsphase.

00:02:15: Da ist die Fahrt.

00:02:16: Irgendjemand hat die Abfahrtzeit anders im Kopf gehabt.

00:02:19: Auf der Autobahn steht ihr im Stau Und plötzlich geht es um einen Vorwurf Der mit dem Stau überhaupt nichts zu tun hat.

00:02:27: Beim Einchecken ist die Stimmung dünn.

00:02:30: Am ersten Abend geht ihr früh schlafen Am zweiten Tag ist einer von euch müde und der andere unternehmungslustig.

00:02:38: Am dritten Tag ist ein krank oder gereizt, beides.

00:02:42: Diese Tage haben eine körperliche Ursache.

00:02:45: Wer monatelang unter Anspannung funktioniert hat, kippt beim Loslassen erstmal nach unten.

00:02:53: Der Körper muss sich erholen – von dem was ihm gefehlt hat und das sieht selten schön aus!

00:03:00: Und diese Tage haben eine zweite Ursache, die weniger offensichtlich ist.

00:03:06: Ihr habt euch monatelang über Aufgaben verständigt.

00:03:10: Wer holt die Kinder ab?

00:03:11: Wer ruft die Werkstatt an?

00:03:12: Wer geht Freitag einkaufen?

00:03:16: Das war eure gemeinsame Sprache!

00:03:19: Am Urlaubsort gibt es diese Aufgaben nicht mehr.

00:03:23: und dann sitzt ihr euch gegenüber und merkt... ...über den Einkauf Konnten wir reden?

00:03:34: Worüber reden wir hier?

00:03:39: Es gibt einen Moment, den mir Paare so ähnlich beschreiben dass ich ihnen inzwischen fast mitsprechen kann.

00:03:45: Ihr sitzt draußen Der Abend ist warm Das Essen war gut Im Hintergrund läuft leise irgendwo Musik Die Grillen zappen Alles ist genau wie ihr es euch vorgestellt habt Und es ist still.

00:04:01: Am Anfang fühlt sich diese Stille nach Entspannung an.

00:04:06: Doch, nach zehn Minuten kippt sie!

00:04:09: Du fängst an zu suchen – nach einem Thema, nach einem Satz, nach irgendetwas das den Raum füllt.

00:04:16: Am Nebentisch sitzt ein Paar und lacht.

00:04:20: Du schaust rüber und in dir sagt eine Stimme sehr leise….

00:04:24: Die hatten sich was zu erzählen.

00:04:29: Vielleicht sagst du dann etwas über das Essen?

00:04:31: Er sagt etwas über das Wetter morgen und ihr wisst beide, dass ihr gerade eine Lücke zugeklebt habt.

00:04:39: Der Satz darunter, den keiner von euch ausspricht geht so... Wenn wir uns nicht mal hier was zu sagen haben… wo dann?

00:04:52: Und jetzt kommt der Teil, der dir vielleicht ein bisschen Luft verschafft!

00:04:57: Der Urlaub hat nichts kaputt gemacht – er hat etwas sichtbar gemacht, das schon vorher da war.

00:05:03: Im Alltag habt Ihr Ablenkung Der Terminkalender, die Kinder.

00:05:08: Die Arbeit das Haus, die Eltern Das Auto in der Werkstatt.

00:05:12: Es gibt jeden Tag genug zu regeln Um miteinander im Gespräch zu bleiben Ohne euch tatsächlich zu begegnen.

00:05:20: Der Alltag ist ein hervorragender Ort um Distanz zu verstecken.

00:05:25: Er liefert euch pausenlos Inhalte.

00:05:28: Der Urlaub nimmt euch diese Inhalten weg Drei Wochen ohne Termine Ohne Aufgaben ohne Ablenkung und übrig bleibt genau das, was zwischen euch tatsächlich vorhanden ist.

00:05:43: Was du in diesen Wochen erlebt hast war keine neue Entwicklung – es war eine Bestandsaufnahme.

00:05:49: Das klingt hart!

00:05:50: Es ist trotzdem die bessere Nachricht von beiden denn eine Distanz, die du bemerkt hast lässt sich bearbeiten.

00:05:58: Eine, die Du weiter unter Terminen begrebst arbeitet einfach weiter und zwar gegen Euch.

00:06:08: Bleiben wir mal bei der Stille auf der Terrasse.

00:06:12: Ich finde die Frage spannend, weshalb sie sich für so viele Paare wie ein Versagen anfühlt.

00:06:19: Denk an die Ehe deiner Großeltern.

00:06:22: Wenn die zusammen waren dann meistens beim etwas Beim Einkochen Beim Renovieren In der Werkstatt Beim Kartoffelnschirr.

00:06:34: Zwei Menschen nebeneinander Die Hände beschäftigt und ab und zu viel Einsatz.

00:06:41: Nähe hatte in dieser Generation fast immer eine Aufgabe dabei – sie ist beim Tun entstanden, ein gemeinsamer Abend an dem nichts erledigt wurde und einfach geredet war für viele dieser Ehnen schlicht nicht vorgesehen.

00:06:58: Deine Eltern haben das übernommen in einer sanfteren Version.

00:07:02: vielleicht kennst du das Bild noch?

00:07:03: Der Sonntagsspaziergang bei dem alle nebeneinander gehen und keiner etwas sagt oder das Auto auf der Fahrt zur Verwandtschaft.

00:07:13: Und du sitzt heute in Kroatien auf einer Terrasse ohne Aufgabe, ohne Ablenkung mit vier Stunden Abend vor dir und in dir ist kein Vorbild dafür wie es geht!

00:07:29: Und ja gleichzeitig hast Du zehn Beziehungsreels im Kopf, in denen Paare bei Sonnenuntergang tiefsinnige Gespräche führen.

00:07:39: Willkommen beim Club.

00:07:41: Diese Lehre ist etwas Erlerntes.

00:07:44: Sie sagt nichts darüber aus, ob ihr euch noch liebt.

00:07:49: Es gibt auch eine zweite Ebene die im Urlaub aufgemacht wird.

00:07:52: Wenn der Alltag wegfällt kommen die Gedanken hoch, die im Alltag keinen Platz haben.

00:07:58: Bei ihnen vielleicht die Sorge um den Job, um den Vater, der im Frühjahr im Krankenhaus war, um die Frage ob das so weitergeht bis siebenundzechzig?

00:08:07: Bei ihr vielleicht die Frage, ob sie in zehn Jahren noch dasselbe Leben führen möchte.

00:08:13: Diese Gedanken sind da!

00:08:15: Beide spüren sie und beide behalten sie für sich, weil der Urlaub schön sein soll.

00:08:20: Und niemand ihm mit schweren Themen belasten

00:08:22: will.".

00:08:24: So sitzen zwei Menschen auf derselben Terrasse und tragen jeder ein Paket von dem der anderen nichts weiß.

00:08:31: Sie reden über das Essen – und werden sich dabei fremder.

00:08:36: Aus meiner Arbeit mit Paaren weiss ich wie oft genau diese Rücksichtnahme die Distanz erzeugt, beklagen.

00:08:44: Jeder schon den anderen und jeder fühlt sich dadurch alleine.

00:08:51: Ja, dann kommt ihr nach Hause.

00:08:54: Und drei Tage später ist alles wieder wie vorher – die Wäsche, die Schule, die Mehlz der Terminkalender... Ihr redet wieder darüber wer wann was macht.

00:09:07: Er funktioniert wieder!

00:09:10: Das fühlt es sich gut an.

00:09:13: Es fühlt uns nach Normalität, nach Boden unter den Füßen.

00:09:18: Doch genau darin liegt die Gefahr dieser Wochen.

00:09:22: Der Alltag ist so freundlich, euch die Frage wieder abzunehmen.

00:09:26: Was auf der Terrasse aufgegangen ist wird zugedeckt und im Frühjahr sagt einer von euch wieder Im Sommer haben wir wieder mehr Zeit für einen.

00:09:39: Dieses Fenster jetzt in den ersten zwei drei Wochen nach der Rückkehr Ist das einzige im Jahr in dem beide die Distanz noch frisch in Erinnerung haben.

00:09:49: Danach Schließt es sich.

00:09:52: Nicht dramatisch, sondern beiläufig und dann dauert das wieder ein Jahr!

00:10:01: Ich möchte dir kein großes Gespräch vorschlagen.

00:10:03: Große Gespräche haben die Eigenschaft dass sie den anderen in Alarmbereitschaft versetzen bevor der erste Satz gefallen ist.

00:10:10: Wir müssen reden hat noch nie jemanden entspannt.

00:10:15: Sprech stattdessen über den Urlaub selbst.

00:10:17: Der ist frisch, der ist harmlos Und ihr wart beide dabei.

00:10:24: Eine Frage, die ich gerne mitgebe weil sie fast immer etwas öffnet.

00:10:29: In welchem Moment im Urlaub hast du dich mir am nächsten gefühlt?

00:10:38: Diese Frage ist klein.

00:10:39: ne Sie ist konkret!

00:10:42: Sie enthält keinen Vorwurf und auch keine Diagnose Und sie führt euch beide direkt in die Erinnerung an das Gutes Das tatsächlich stattgefunden hat.

00:10:53: Vielleicht war es ja der Moment auf der Terrasse wo die Grillen gezirbt haben, wo irgendwo leise Musik lief.

00:11:01: Die Antworten überraschen die meisten Paare Denn es ist selten der Sonnenuntergang und selten das teure Abendessen.

00:11:09: Es ist ja im Moment am Automaten als ihr beide über dieselbe Sache gelacht habt Der Weg zurück zum Auto, die zwanzig Minuten früher morgens bevor die Kinder wach waren oder eben die Terrasse von geradeben.

00:11:24: Und wenn ihr diese Momente einmal benannt habt Habt ihr etwas in der Hand?

00:11:28: Ihr wisst, wie nahe bei euch aussieht und ihr könnt schauen was davon in eurem Alltag Platz haben könnte.

00:11:37: Ein Paar das ich begleitet habe kam im September zu mir ziemlich genau in dieser Situation zwei Wochen Tuscana keine Streitigkeiten ein Durchweg gelungener Urlaub und sie saß in der ersten Sitzung da und sagte Das ist es schlimmer daran?

00:11:54: Es war doch alles gut.

00:11:58: Wir hatten über einzelne Momente gesprochen und irgendwann fiel ihm einer ein, an dem er sich genau erinnerte.

00:12:05: Ein Regennachmittag.

00:12:07: Der Ausflug wurde abgesagt.

00:12:09: Beide im Zimmer.

00:12:10: Sie hat gelesen Er hat auf den Balkon gesessen Und irgendwann kam sie raus Hat sich neben ihnen gesetzt Ohne Anlass Und ist eine halbe Stunde geblieben.

00:12:23: Er sagte Das war der beste Nachmittag.

00:12:27: Sie hat ihn angeschaut, als hätte er gerade etwas in einer fremden Sprache gesagt.

00:12:32: Denn sie hatte diesen Nachmittag ganz vergeutet abgespeichert.

00:12:37: Was danach kam war kein großes Programm mehr!

00:12:40: Die beiden haben angefangen sich abends zwanzig Minuten zu nehmen, in denen nichts erledigt wird – kein Thema, keine Agenda….

00:12:49: Beide sind da zusammen, gemeinsam …mehr

00:12:53: nicht.".

00:12:55: Im Dezember sagte sie mir, dass sein die zwanzig Minuten oft diese sich am allermeisten freue.

00:13:04: Wenn dein Urlaub nicht gehalten hat was er versprochen hat hast du keine schlechte Beziehung.

00:13:10: Du hast eine ehrliche Information bekommen.

00:13:13: Was zwischen euch fehlt ist im Alltag entstanden.

00:13:17: Es wird sich auch dort wieder verändern in kleinen Stücken an gewöhnlichen Abenden An denen nichts besonderes passiert Und du hast gerade das beste Zeitfilmster des Jahres dafür.

00:13:27: Es steht offen, solange die Erinnerung frisch ist.

00:13:31: Wenn du beim Zuhören an eine bestimmte Terrasse gedacht hast oder an eine Stille, die dich beschäftigt, sprich einmal mit mir darüber.

00:13:39: ein erstes Telefonat, fünfzehn Minuten kostenfrei und ohne dass du dich danach zu irgendetwas verpflichtest.

00:13:45: Den Ding findest Du wie gewöhnlich in den Show-Notes.

00:13:49: Ich freue mich wenn Du in zwei Wochen wieder dabei bist.

00:13:53: Achte auf Dich!

00:13:54: Sei nachsichtig mit Dir Und vor allem bleib Dir selbst.

00:14:02: Das war die Paarpost inspirierende Beziehungsgeschichten.

00:14:06: Mein Name ist Michael Arme.

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