044 - Mental Load in der Beziehung – wenn Mitdenken zur unsichtbaren Last wird
Shownotes
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Mental Load in der Beziehung
Es ist 22:40 Uhr.
Das Licht ist aus.
Dein Kopf leider nicht.
Der Zahnarzttermin für die Große.
Der Elternabend am Freitag.
Das Geschenk für Sonntag.
Und irgendwo geht auch noch das Katzenfutter zur Neige.
Neben dir schläft jemand ruhig.
Und in dir zieht sich etwas zusammen.
Erschöpfung.
Vielleicht Wut.
Vielleicht Einsamkeit.
Denn du hast das Gefühl:
Ich muss hier an alles denken.
Genau darum geht es in dieser Folge.
Wenn beide recht haben
Ein Satz fällt bei diesem Thema besonders häufig:
„Ich mache hier alles alleine.“
Und fast genauso schnell kommt:
„Das stimmt doch gar nicht.“
Dann folgen die Beweise.
Kochen.
Kinder fahren.
Garage aufräumen.
Einkaufen.
Und weißt du was?
Beide können recht haben.
Denn häufig sprechen beide über etwas vollkommen Unterschiedliches.
Der eine spricht über Aufgaben.
Die andere spricht über das, was vor der Aufgabe passiert.
Die Arbeit vor der Arbeit
Ein Geschenk für einen Kindergeburtstag zu kaufen dauert vielleicht eine halbe Stunde.
Doch vorher muss jemand wissen:
Wann ist der Geburtstag?
Was mag das Kind?
Was hat es schon?
Wie hoch ist das Budget?
Wann muss das Geschenk spätestens besorgt werden?
Genau diese unsichtbare Arbeit wird häufig als Mental Load bezeichnet.
Es ist der Kalender im Kopf, der weiterläuft, während du auf dem Sofa sitzt.
Es ist das Erinnern.
Planen.
Vorausschauen.
Nachhalten.
Und genau deshalb ist Mental Load so schwer sichtbar.
Ein sauberer Boden ist sichtbar.
Ein Gedanke, der dafür sorgt, dass etwas rechtzeitig passiert, nicht.
„Sag mir einfach, was ich tun soll.“
Dieser Satz ist meistens gut gemeint.
Vielleicht sogar liebevoll.
„Sag mir, was ich machen soll. Dann mache ich es.“
Doch beim anderen kann etwas völlig anderes ankommen:
Du behältst den Überblick.
Du planst.
Du delegierst.
Ich führe aus.
Und damit bleibt die eigentliche Verantwortung genau dort, wo sie vorher schon lag.
Die Person, die ohnehin alles im Kopf hat, muss jetzt zusätzlich Aufgaben verteilen und kontrollieren.
Aus Partnerschaft kann langsam Projektleitung werden.
Und Augenhöhe geht verloren.
Die unbequeme Seite von Mental Load
So leicht wäre die Lösung:
Gib doch einfach etwas ab.
Aber genau das fällt vielen Menschen erstaunlich schwer.
Denn Verantwortung abzugeben bedeutet auch:
Kontrolle abzugeben.
Vielleicht wird etwas anders gemacht.
Vielleicht wird etwas vergessen.
Vielleicht geht beim ersten Mal tatsächlich etwas schief.
Und gerade Menschen, die früh gelernt haben, selbst für Ordnung und Sicherheit sorgen zu müssen, erleben dieses Loslassen oft als sehr unangenehm.
Dann steckt unter dem Satz
„Ohne mich läuft hier nichts“
manchmal noch etwas anderes:
Ich werde gebraucht.
Ich bin wichtig.
Ich halte das hier zusammen.
Alte Rollen sitzen mit am Küchentisch
Viele dieser Muster haben eine lange Geschichte.
Vielleicht hast du als Kind eine Mutter oder Großmutter erlebt, die alles organisiert hat.
Termine.
Kinder.
Geburtstage.
Haushalt.
Familie.
Und niemand hat darüber gesprochen.
Es war einfach selbstverständlich.
Gleichzeitig gab es vielleicht einen Vater oder Großvater, dessen Platz außerhalb dieser Organisation lag.
Auch daraus entsteht Lernen.
Sie lernt:
Ich muss alles im Blick behalten.
Er lernt:
Ich warte lieber, bis mir jemand sagt, was gebraucht wird.
Jahrzehnte später sitzen zwei Erwachsene an ihrem eigenen Küchentisch.
Und spielen Rollen weiter, die keiner von beiden bewusst gewählt hat.
Wenn er irgendwann aufhört, etwas anzubieten
Auch die andere Seite entwickelt mit der Zeit ihre eigene Geschichte.
„Ich mache doch schon eine Menge.“
„Es ist sowieso nie richtig.“
„Was ich mache, wird korrigiert.“
Und irgendwann entsteht Rückzug.
Nicht unbedingt aus Gleichgültigkeit.
Manchmal aus Selbstschutz.
Denn wenn alles, was du anfasst, falsch erscheint, liegt der Gedanke nahe:
Dann fasse ich eben weniger an.
Und genau dadurch bestätigt sich das Bild des anderen wieder.
Sie übernimmt noch mehr.
Er zieht sich noch weiter zurück.
Beide fühlen sich nicht gesehen.
Und der Abstand wächst.
Wenn Mental Load ins Schlafzimmer zieht
Über einen Zahnarzttermin lässt sich streiten.
Über fehlende Anziehung wird viel häufiger geschwiegen.
Doch genau dort kann Mental Load ebenfalls wirken.
Wenn du deinen Partner über Jahre als jemanden erlebst, an den du ständig erinnern musst, verändert sich dein Blick.
Du wirst zuständig.
Du organisierst.
Du erinnerst.
Und Zuständigkeit ist nicht unbedingt ein guter Nährboden für Begehren.
Es kann schwerfallen, sich abends einem Menschen körperlich zu öffnen, den du nachmittags noch daran erinnern musstest, eine Schulbescheinigung zu unterschreiben.
Das bedeutet nicht, dass Mental Load automatisch fehlende Sexualität verursacht.
Aber er kann Teil einer Dynamik werden, in der aus Liebenden langsam Kollegen werden.
Der Wochenplan löst oft das falsche Problem
Viele Paare versuchen es mit einem Plan.
Montag macht der eine dies.
Dienstag macht die andere das.
Alles sauber verteilt.
Und ein paar Wochen später hängt der Plan nur noch am Kühlschrank.
Das Problem:
Ein Plan verteilt Aufgaben.
Mental Load besteht jedoch vor allem aus dem Denken davor.
Deshalb kann etwas anderes wirkungsvoller sein:
nicht einzelne Aufgaben übergeben, sondern komplette Verantwortungsbereiche.
Nicht:
„Fahr das Kind zum Zahnarzt.“
Sondern:
„Der Bereich Zahnarzt gehört komplett dir.“
Termin vereinbaren.
Im Kalender behalten.
An Unterlagen denken.
Nächsten Kontrolltermin einplanen.
Das bedeutet echte Verantwortung.
Und dann beginnt der schwierige Teil
Für den einen bedeutet es:
Ich übernehme.
Für den anderen:
Ich lasse los.
Auch wenn es anders gemacht wird.
Auch wenn beim ersten Mal etwas schiefgeht.
Auch wenn du längst gesehen hast, dass etwas vergessen wurde.
Genau dort entsteht Vertrauen.
Nicht weil plötzlich alles perfekt organisiert ist.
Sondern weil zwei Menschen sich gegenseitig wieder etwas zutrauen.
Zwei Sätze für euch
Wenn du die Person bist, die ständig mitdenkt, könntest du sagen:
„Ich möchte dir etwas erzählen, das ich bisher kaum ausgesprochen habe. In meinem Kopf läuft ständig eine Liste. Auch abends. Auch im Urlaub. Und ich glaube, du weißt gar nicht, dass es diese Liste gibt.“
Kein Vorwurf.
Keine Bilanz.
Nur sichtbar machen, was bisher unsichtbar war.
Und für den anderen vielleicht diese Frage:
„Was trägst du gerade, das ich nicht sehe?“
Denn auch Männer tragen Dinge mit sich herum, über die sie nicht sprechen.
Sorgen um Geld.
Arbeit.
Eltern.
Verantwortung.
Mental Load ist keine Einladung zum Geschlechterkampf.
Es ist eine Einladung, genauer hinzuschauen.
Eure kleine Übung
Sucht euch einen einzigen Bereich aus.
Nicht fünf.
Nicht den ganzen Haushalt.
Einen.
Und übergebt ihn komplett.
Mit Planung.
Mit Erinnerung.
Mit Verantwortung.
Versucht das acht Wochen lang.
Nicht drei Tage.
Nicht bis zum ersten Fehler.
Acht Wochen.
Vielleicht verändert sich am Ende weniger eure Organisation als euer Blick aufeinander.
Und genau darin liegt häufig der eigentliche Gewinn.
Mental Load ist unsichtbar.
Deshalb ist er nicht unwichtig.
Er kann dazu führen, dass zwei Menschen, die sich lieben, irgendwann nebeneinander funktionieren wie Kollegen.
Aber dieses Muster lässt sich verändern.
Nicht nur durch bessere Planung.
Sondern dadurch, dass sichtbar wird, was bisher keiner ausgesprochen hat.
Wenn du beim Zuhören an euren eigenen Küchentisch gedacht hast, an die Liste in deinem Kopf oder an das Gefühl, es sowieso nie richtig machen zu können, dann können wir darüber sprechen.
Der erste Anruf dauert 15 Minuten und ist für dich kostenfrei und unverbindlich.
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Mehr über meine Arbeit mit Paaren und das KPP-Mentoring® findest du hier:
Transkript anzeigen
00:00:01: Paar Post inspirierende Beziehungsgeschichten, ein Podcast mit Michael Lame.
00:00:07: Hier hörst du echte Geschichten, ehrliche Gedanken und Impulse die Nähe neu erlebbar machen für deinen Alltag, deine Liebe und eure gemeinsame Zukunft.
00:00:22: Es ist zweiundzwanzig Uhr vierzig Das Licht ist aus dein Kopf aber leider nicht.
00:00:30: Zahnarzt für die Große, ah der Ranzner muss neu.
00:00:33: Am Freitag ist Elternabend das Geschehen für Sonntag fehlt noch und irgendwo im Vorratsschrank geht das Katzenfutter zur Neige.
00:00:40: Neben dir atmet jemand ruhig und gleichmäßig – er schläft!
00:00:45: Er schläft weil in seinem Kopf keine Liste läuft Und in dir zieht sich etwas zusammen dass mit Wuck zu tun hat und mit Einsamkeit gleichzeitig.
00:00:56: Hallo schön dass du dabei bist.
00:00:59: heute geht es um das Mitdenken um die unsichtbare Arbeit, die keiner bemerkt solange sie funktioniert und darum was sie mit zwei Menschen macht, die sich mal ineinander verliebt haben.
00:01:12: Wenn ich Paare zu diesem Thema höre fällt fast immer der selbe Satz Er kommt von ihr er kommt schnell und er kommt mit einer Spur Bitterkeit, die Sie selbst nicht mag.
00:01:25: Ich mach hier alles alleine!
00:01:28: Und fast genauso schnell kommt seine Antwort.
00:01:30: Er sagt das stimmt so nicht.
00:01:32: Ich koche zweimal die Woche, ich bringe die Kinder zum Sport.
00:01:35: Ich habe letztes Wochen in die Garage
00:01:36: aufgeräumt.".
00:01:39: Und weißt du was?
00:01:41: Er hat Recht!
00:01:42: Wenn ich die beiden bitten würde ihre Aufgaben aufzuschreiben.
00:01:46: käme bei ihm eine ordentliche Liste heraus... er ist kein fauler Mann ... er tut eine Menge.
00:01:53: Trotzdem hat sie auch recht.
00:01:56: Beide reden über etwas völlig verschiedenes und keiner von beidem merkt das.
00:02:03: Er redet über Aufgaben.
00:02:05: Sie redet darüber das, was vor der Aufgabe kommt.
00:02:12: Ein Kindergeburtstag am Sonntag Die Aufgabe heißt Geschenk besorgen Das ist eine halbe Stunde im Laden dazu Papier und Steife – das ist der sichtbare Teil.
00:02:24: Der unsichtbare Teil beginnt drei Wochen vorher.
00:02:28: Jemand muss überhaupt daran denken dass da ein Geburtstag ist.
00:02:32: Jemand muß wissen was das Kind mag Was es schon hat, was die anderen wahrscheinlich schenken.
00:02:39: Jemand muss das Budget im Kopf haben den Termin im Blick behalten morgens um sieben aus dem nichts wissen.
00:02:45: heute muss das erledigt werden sonst wird's eng.
00:02:49: Diese Arbeit vor der Arbeit hat einen Namen.
00:02:53: in der Forschung heißt die Mental Load Die geistige Last.
00:02:58: Ich beschreibe Sie lieber so Es ist die Ansage im Kopf die nie aufhört Der Kalender, der auch dann läuft wenn du im Kino sitzt.
00:03:09: Sie ist unsichtbar, weil sie keine Ergebnisse hat.
00:03:13: Ein gewischter Boden ist zu sehen – ein gedachter Gedanke?
00:03:18: Ist es nicht!
00:03:20: Und das ist der Grund weshalb dieser Streit so verlässlich im Kreis läuft.
00:03:25: Er verteidigt sich mit Ergebnissen.
00:03:35: noch da ist.
00:03:40: Es gibt einen Satz, der gut gemeint ist und trotzdem alles schlimmer macht.
00:03:45: Sag mir was ich tun soll?
00:03:47: Dann mach' ich das!
00:03:50: Er sagt ihn ehrlich – er möchte helfen.
00:03:54: Er versteht sich in diesem Moment als jemand, der zur Verfügung steht.
00:03:59: Was bei ihr jedoch ankommt, ist etwas ganz anderes.
00:04:02: Bei ihr kommt an….
00:04:04: Du behältst den Überblick, du planst, du delegierst.
00:04:06: Ich führe aus.
00:04:10: Damit bleibt die eigentliche Last exakt dort, wo sie vorher lag.
00:04:14: Sie hat jetzt zusätzlich die Aufgabe ihm Aufgaben zu geben den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden und nachzuhalten ob es passiert ist.
00:04:25: Aus einem Partner ist ein Mitarbeiter geworden!
00:04:28: Und eine Beziehung in der einer die Projektleitung hatte und der andere die Ausführungen verliert etwas das mit Augenhöhe zu tun hat.
00:04:37: Es passiert langsam Über Jahre.
00:04:39: Und keiner von beiden hat das beschlossen?
00:04:44: Ich habe das früher übrigens selbst jahrelang für ein besonders kooperatives Angebot gehalten, also willkommen im Club!
00:04:53: Doch jetzt kommt der Teil, der unbequem ist.
00:04:56: Denn die Last liegt nie nur auf einer Seite weil einer draufgelegt hat.
00:05:02: Ich frage Frauen an dieser Stelle gerne was passiert wenn du es ihm überlässt und die Antworten ähneln sich.
00:05:12: Dann macht er es anders.
00:05:14: Dann kaufen die Kinder Klamotten, die nicht zusammenpassen.
00:05:18: Dann vergisst der die Hälfte und ich räume hinterher auf!
00:05:21: Dann geht das schief und ich habe doppelte Arbeit.
00:05:26: Manchmal ja dann stimmt es.
00:05:29: Häufig stimmt es beim ersten Mal.
00:05:33: Beim dritten mal aber schon nicht mehr.
00:05:35: Darunter liegt etwas größeres.
00:05:37: Viele Frauen mit denen ich arbeite entdecken irgendwann dass diese Last auch ein Platz ist Ein Platz, an dem sie unentbehrlich sind.
00:05:48: Wenn ich aufhöre mitzudenken fällt hier alles auseinander.
00:05:52: dieser Satz klingt nach Erschöpfung und trägt gleichzeitig eine leise Bedeutung.
00:05:58: Ich bin wichtig.
00:06:00: ohne mich läuft das nicht.
00:06:03: Wer diesen Platz abgibt gibt Kontrolle ab.
00:06:06: Um Kontrolle abgegeben ist für einen Menschen der früh gelernt hat dass er selbst für die Ordnung sorgen muss ziemlich beängstigend.
00:06:16: Das ist kein Vorwurf.
00:06:18: Das ist eine Erklärung dafür, weshalb die naheliegende Lösung gibt doch was ab – so oft nicht funktioniert.
00:06:28: Und damit sind wir bei der Frage, die mich an diesem Thema am meisten interessiert.
00:06:33: Wo haben die beiden das gelernt?
00:06:39: Denk mal an die Küche deiner Großmutter!
00:06:42: An die Frau, die morgens als erste Aufstand und abends als letzte saß Die wusste, wann welches Kind welche Schuhgröße brauchte.
00:06:52: Wann eingekocht wurde wer Geburtstag hatte?
00:06:55: Wann der Spiegervater seine Tabletten nahm und niemand hat ihr dafür je gedankt weil es selbstverständlich war.
00:07:04: Deine Mutter hat diese Frau beobachtet jeden Tag und hat daraus etwas gelernt das nie ausgesprochen wurde.
00:07:11: so macht eine frau dass sie halt alles zusammen und redet nicht darüber.
00:07:18: Auf der anderen Seite saß dein Großvater.
00:07:21: Der hat gearbeitet, oft hart und die häusliche Organisation war schlicht kein Feld das er betreten durfte.
00:07:28: Sein Sohn hat das beobachtet und daraus ebenfalls etwas gelernt.
00:07:34: Da mische ich mich besser nicht ein.
00:07:36: da werde ich sowieso korrigiert.
00:07:37: Ich warte bis mir jemand sagt was gebraucht wird Zwei Kinder zwei Beobachtungen zwei Rollen.
00:07:46: Vierzig Jahre später sitzen sie in einer Küche, in Düsseldorf und streiten über einen Zahnarzttermin.
00:07:54: Sie hört sich dabei manchmal an wie ihre Mutter – in einem Tonfall den sie an ihrer Mutter immer gehasst hat!
00:08:02: Er zieht sich zurück wie sein Vater in dieselbe Werkstatt, an denselben Fernseher, in die selbe Stille... Das ist nicht absichtlich passiert….
00:08:14: Es wurde weitergegeben, weil es in dieser Kette nie jemanden gegeben hat der es anders vorgemacht hatte.
00:08:23: Ich möchte mal einen Moment bei ihm bleiben – ein Mann, der jahrelang gehört hat dass er zu wenig tut, entwickelt irgendwann eine eigene Innererbilanz und sie sieht aus seiner Sicht so aus….
00:08:37: ich mache eine Menge!
00:08:39: Es kommt nie an was ich anpacke wird korrigiert, was sich nicht anpacket wird bemängelt.
00:08:45: Also ich mach's nie recht.
00:08:49: Und somit fängt er an, weniger anzubieten – aus einem Selbstschutzer raus!
00:08:54: Wenn nichts anfasst macht auch nichts falsch und je weniger er anbietet desto mehr bestätigt sich ihr Bild.
00:09:02: sie übernimmt noch mehr als Notwendigkeit und Auserschöpfung und der Abstand zwischen den beiden zack wird noch ein Stückchen größer.
00:09:11: Aus meiner Arbeit mit Paaren kenne ich diesen Punkt gut.
00:09:15: Beide fühlen sich unverbehandelt, beide haben aus ihrer Perspektive recht und beide erleben den anderen als jemanden der nicht sieht was da ist.
00:09:27: Zwei Menschen die sich gegenseitig für den Grund ihrer Erschöpfung halten und übersehen dass sie gerade zwei alte Rollen zu Ende spielen, die Sie nie ausgesucht haben doch jetzt zum Teil über dem Paare am wenigsten sprechen.
00:09:45: Wenn du einen Menschen über Jahre hinweg als jemanden erlebst, den du anleiten musst verändert das etwas in deinem Blick auf ihn.
00:09:54: Er wird zu jemandem für den du zuständig bist und Zuständigkeit ist ein ziemlich sicherer Weg um Anziehung leiser verschwinden zu lassen.
00:10:05: Viele Frauen erzählen mir dass sie abends keine Lust auf Nähe haben und erklären es sich mit Müdigkeit.
00:10:11: Die Müdighat stimmt doch darunter liegt oft noch etwas anderes.
00:10:17: Es fällt schwer, sich jemandem zu öffnen dem man am Nachmittag noch daran erinnert hat die Schulbescheinigung zu unterschreiben.
00:10:25: Er wiederum erlebt die Zurückweisung ohne den Zusammenhang zu sehen.
00:10:30: Für ihn wirkte es als hätte sie kein Interesse mehr an ihm und so trägt eine unsichtbare Last über die nie geredet wird ihren Teil zu einem Schlafzimmer bei in dem seit Monaten nichts mehr passiert.
00:10:44: Über den Zahnarzterminen lässt sich streiten.
00:10:48: schweigen die meisten.
00:10:52: Wenn Paare sich vornehmen, das zu ändern, greifen sie meistens zum Wochenplan.
00:10:57: Wer macht was an welchem Tag in welcher Regelmäßigkeit?
00:11:01: Der Plan hängt am Kühlschrank und hält im Schnitt, sagen wir mal drei Wochen.
00:11:08: Er hält deshalb nicht länger weil er das falsche Problem löst – ein Plan verteilt Aufgaben!
00:11:14: Die Last besteht jedoch aus dem Denken Was tatsächlich etwas verändert, ist die Übergabe eines ganzen Bereichs.
00:11:23: Nicht die Aufgabe Kind zum Zahnarzt fahren sondern der komplette Bereich.
00:11:28: Zahnärzt den Termin im Kopf haben ihn machen ihnen den Kalender eintragen an die Kartedenken dem nächsten Kontrolltermin merken.
00:11:38: das bedeutet für ihn er übernimmt einen Feld inklusive der Zuständigkeit dafür dass es überhaupt stattfindet Und für sie bedeutet es etwas härteres.
00:11:51: Es bedeutet, dass sie dieses Feld loslässt – auch wenn es anders läuft als Sie es machen würde.
00:11:59: Auch wenn es beim ersten Mal schief geht!
00:12:02: Auch wenn sie in der zweiten Woche merkt, das ihre Hand schon nach dem Telefon greift.
00:12:08: Genau an dieser Stelle scheitern die meisten Versuche.
00:12:12: Weniger an seiner Bereitschaft, häufiger an ihrer Angst vor dem was passiert, wenn sie den Griff öffnet….
00:12:19: Ein Paar, das ich begleitet habe hat genau damit angefangen.
00:12:24: Er hat drei Bereiche übernommen – komplett!
00:12:27: Er wollte sie sich selbst aussuchen was klug war In der zweiten Woche ist eine Sache untergegangen.
00:12:35: Sie hat es gemerkt und nichts gesagt.
00:12:38: Das war die schwerste Woche für sie, hat sie mir später erzählt Dieses Aushalten dass etwas schief geht und trotzdem nicht in ihrer Hand liegt.
00:12:49: Nach etwa acht Wochen kam sie in die Sitzung und sagte einen Satz, den ich nicht vergessen habe.
00:12:54: Sie sagte – Ich habe letzte Woche abends gelesen.
00:12:58: Einfach gelesen!
00:12:59: Ohne im Kopf noch was abzuarbeiten.
00:13:04: Und er sagte danach etwas das mich mindestens genauso berührt hat.
00:13:07: Er sagte – ich habe zum ersten Mal seit Jahren das Gefühl dass sie mir was zutraut.
00:13:15: Das war der eigentliche Gewinn.
00:13:17: Er hatte wenig mit Zeitersparnis zu tun und fiel damit, dass die beiden sich gegenseitig anschauen... ...und sich gegseitig wieder vertrauen.
00:13:30: Ich möchte dir keinen Plan mitgeben!
00:13:33: Ich gebe dir aber zwei Sätze mit um.
00:13:35: beide sind schwerer als sie klingen.
00:13:37: Der erste ist für dich wenn du diejenige bist, die mitdenkt.
00:13:42: Erlautert ungefähr so.
00:13:45: ich möchte dir etwas erzählen das ich noch nie ausgesprochen habe.
00:13:49: Da läuft in meinem Kopf eine Liste, die nie aufhört.
00:13:53: Auch im Urlaub auch abends um elf und ich glaube du weißt gar nicht dass es sie gibt.
00:14:01: Der steckt keinen Vorwurf drin.
00:14:03: das ist auch keine Bilanz wer wie viel tut nur die Beschreibung von etwas das er tatsächlich nichts sehen kann.
00:14:13: der zweite Satz ist für den anderen erlautet was hältst Du gerade?
00:14:19: Dass Ich Nicht sehe.
00:14:23: Diese Frage darf in beide Richtungen gehen, auch Männer tragen Dinger über die sie nicht reden.
00:14:28: Sorgen um Geld und den Job, um den eigenen Vater der langsam abbaut.
00:14:34: Und wenn du magst sucht euch danach einen einzigen Bereich aus – einen!
00:14:39: Der geht komplett mit dem Denken davor.
00:14:42: Ein Bereich, das acht Wochen hält verändert mehr als ein Plan, der alles abdeckt und drei Wochen übersteht und dann kaputtgeht.
00:14:52: Die Last, über die wir heute gesprochen haben ist unsichtbar.
00:14:56: Sie ist deshalb nicht unwichtig!
00:14:58: Sie ist einer der häufigsten Gründe weshalb zwei Menschen, die sich mögen oder die sie sogar auch noch lieben nach zehn Jahren wie Kollegen nebeneinander herlaufen.
00:15:10: und sie ist veränderbar.
00:15:11: weniger durch mehr Organisation mehr durch das was zwischen euch ausgesprochen wird.
00:15:18: wenn du beim Zuhören an deinen eigenen Küchentisch gedacht hast eine Liste im Kopf oder an das Gefühl, es nie richtig zu machen.
00:15:27: Sprich einmal mit mir daran!
00:15:28: Ein erstes Telefonat – fünfzehn Minuten kostenfrei und ohne dass du dich danach zu irgendetwas verpflichtest.
00:15:35: Den Link findest Du in den Shownoten.
00:15:39: Ich freue mich wenn Du in zwei Wochen wieder dabei bist.
00:15:42: Achte auf Dich Sei nachsichtig mit Dir Und dir selbst.
00:15:51: Das war die paar inspirierende Beziehungsgeschichten.
00:15:55: Mein Name ist Michael Lame.
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