042 - Rückzug in der Beziehung: das geerbte Schweigen

Shownotes

Er fragt etwas. Und du drehst dich zur Spüle, Glas für Glas. Nicht aus Wut. Damit für einen Moment Ruhe ist.

Diese kleine Drehung fühlt sich an wie Charakter. Dabei ist sie oft viel älter als du. Manchmal so alt wie die Großmutter, die du nie hast weinen sehen.

In dieser Folge geht es um ein Schweigen, das durch drei Generationen Frauen wandert. Um kleine Mädchen, die sich wegdrehen mussten, weil ihre Traurigkeit keinen Platz hatte. Und um den einen Dienstagabend, an dem eine Frau zum ersten Mal stehen bleibt, wo sie sonst geht.

Eine erfundene Geschichte über Anna, und über eine Bewegung, die vielleicht auch du kennst. Am Ende der Folge findest du drei Fragen zum Mitnehmen. (Kein Hausaufgabenheft, versprochen.)

Wenn dir dieser abgewandte Rücken bekannt vorkommt und du einmal in Ruhe draufschauen magst: → Ersten Anruf buchen (15 Min., telefonisch, unverbindlich): https://zeeg.me/michael-lahmede/15min → Beziehungscheck, wo steht ihr gerade?: https://michael-lahme.de/dein-beziehungscheck-interaktiv-funnel

Mehr von mir: michael-lahme.de Ich bin Michael Lahme, Psychologischer Berater und Beziehungsexperte in Düsseldorf.

Transkript anzeigen

00:00:01: Paar Post, inspirierende Beziehungsgeschichten.

00:00:04: Ein Podcast mit Michael Lame.

00:00:07: Hier hörst du echte Geschichten, ehrliche Gedanken und Impulse die Nähe neu erlebbar machen für deinen Alltag, deine Liebe und eure gemeinsame Zukunft.

00:00:23: Es gibt eine Bewegung die manche Frauen machen ohne es zu merken Er sagt etwas er möchte etwas Manchmal klingt das sogar ein bisschen nach einem Appell Und sie dreht sich weg, ganz leise mitten im Satz.

00:00:38: Diese Drehung ist allerdings älter als du ahnst – manchmal so alt wie die Großmutter, die du nie hast weinen sehen.

00:00:47: Hallo und schön dass du dabei bist!

00:00:50: Heute geht es um einen Schweigen das durch wenigstens drei Frauengeneration wandert... ...und um den einen Abend an dem eine es zum ersten mal anhält.

00:01:04: Es ist Dienstagabend.

00:01:05: Anna steht in der Küche, das Wasser läuft und über ihr im Raum hängt ein Satz den ihr Mann gerade gesagt hat.

00:01:15: Es ist kein böser Satz.

00:01:16: es ist einer der etwas von ihr verlangt.

00:01:21: können wir mal reden?

00:01:23: so richtig also nicht zwischen Türen angeln mehr war es nicht.

00:01:29: sie hört diesen Satz und sie spür direkt wie sich in ihr etwas zusammenzieht wie sich ein Kloß im Heiz bildet, so ein merkwürdiges Gefühl im Rücken.

00:01:42: Unterhalb der Worte dort wo sie keine Worte hat dann dreht sie sich zur Spülmaschine und räumt ein Glas für Glas Teller für Teller.

00:01:55: Sie könnte das im Schlaf!

00:01:57: Sie macht das halt Jahren Und heute ist es vor allem eins Ein Ort an dem sie ihm den Rücken zeigen darf ohne dass es wie Flucht aussieht.

00:02:10: Hinter ihr wird das Stil.

00:02:13: Ihr Mann wartet einen Moment, dann geht er ins Wohnzimmer.

00:02:17: Die Tür bleibt offen Doch zwischen ihnen beiden ist sie zu.

00:02:25: So geht das oft.

00:02:26: Er fragt etwas Sie macht dicht Kein Knall keine laute Szene eher wie eine Tür die sich langsam in den Schloss legt während sie noch dabei zusieht Und jedes Mal wird der Abstand danach ein kleines Stück größer.

00:02:42: Zwei Menschen, die alles zusammen organisieren.

00:02:45: Termine... Kinder ... den ganzen Laden und die sich abends gegenüber sitzen wie zwei höfliche Bekannte.

00:02:56: Doch an diesem Abend passiert etwas anderes.

00:03:02: Während Anna das nächste Glas einsortiert taucht plötzlich ein anderer Rückenfeuer auf Der ihrer Mutter.

00:03:11: Die selbe Haltung dieselbe abgewandte Schulter am Herd, immer dann wenn der Vater etwas ansprach das zu nahe kam.

00:03:21: Ihre Mutter hat nie geschrien, ihre Mutter hat sich weggedreht und geschwiegen bis das Thema von alleine wieder

00:03:28: verschwand.".

00:03:31: Und dann kommt ein zweites Bild.

00:03:34: es ist schärfer als das erste.

00:03:37: da is Anna vielleicht fünf Jahre alt.

00:03:39: sie spielt auf dem Kirchenboden.

00:03:41: Sie hat sich aus Töpfen und Deckeln eine ganze Welt gebaut.

00:03:45: Ein Deckel ist ein See, ein Topf ist sein Turm.

00:03:48: Sie summt vor sich hin ganz in ihrer eigenen Ordnung – ganz bei sich!

00:03:55: In diesem Moment gehört ihr der Boden Und auf dem Boden gehört Ihr alles.

00:04:03: Dann steht der Vater in der Tür.

00:04:06: Ein müder Mann nach einem langen Tag Und seinen Satz fällt wie einen Deckel über das Ganze.

00:04:12: Schluss jetzt Räumen das weg und sei still.

00:04:16: Keine Frage, eine Ansage.

00:04:20: Etwas in dem kleinen Mädchen zieht sich zusammen.

00:04:23: Eben war der Boden noch erreich Und mit einem einzigen Satz ist er weg.

00:04:30: Ihr wird heiß und eng zugleich.

00:04:34: Die Tränen steigen hoch ganz schnell so wie das bei Kindern ist Und schon während sie kommen.

00:04:40: ahren Sie was passiert wenn sie sie zeigt Denn Das eine Mal, als sie es tat, kam die Antwort, die sie nie vergessen hat.

00:04:51: Stelle dich nicht so an!

00:04:53: Ein Mädchen tut was man ihm sagt.

00:04:59: Also dreht sie sich weg zur Wand zum Fenster irgendwo hin nur weg von den Großen, die ihre Traurigkeit nicht sehen wollen und nicht aushalten können.

00:05:11: Sie drückt das Gesicht in die Ellenbeuge und wartet bis es wieder still ist.

00:05:16: in ihr Dahin am Herd steht die Mutter Abgewandt, mit dem Rücken zu ihr als hätte sie es ihr vorgemacht.

00:05:28: Ein drittes Bild schiebt sich dazu Die Großmutter am Gartenzaun viele Jahre her.

00:05:36: Da fiel ein halber Satz den Anna damals nicht verstand.

00:05:40: Über sowas redet man Nicht Kind.

00:05:46: An solchen Tagen lernt ein Mädchen etwas Dass die Frau vierzig Jahre später an einer anderen Spüle immer noch kann.

00:05:53: Wenn ein größerer über dich bestimmt und du dich nicht wehren darfst, bleibt einer einzige Tür auf.

00:06:01: Du drehst dich um.

00:06:03: Leise!

00:06:04: Dann sieht keiner das es wehtut.

00:06:07: Und keiner sagt dir... dass du dich anstellst.

00:06:13: Drei Frauen drei abgewandte Rücken.

00:06:16: Und Anna steht heute an ihrer eigenen Spüle und macht es genauso.

00:06:22: Sie hält inne Das Glas noch in der Hand halb im Korb.

00:06:27: zum ersten Mal Erkennt sie diesen Faden, der da durch diese drei Generationen läuft bis in ihre eigenen Finger.

00:06:36: Und mit dem Sehen kommt etwas ins Rutschen – es kommt etwas im Bewegung.

00:06:43: Es wäre so leicht weiter zu räumen.

00:06:46: Der Körper will das!

00:06:47: Der Körper kennt den Weg.

00:06:49: Noch zwei Gläser dann die Tassen Dann ist der Abend vorbei und das Thema ist wieder weg.

00:06:56: Anna spürt diesen Sog sich zu drehen und verschwinden so deutlich wie eine Hand im Rücken.

00:07:02: Aber diesmal steht daneben ein zweiter Gedanke ganz neu, ganz wackelig.

00:07:10: Das ist gar nicht mein Vater da drüben das...das ist der Mann den ich mir ausgesucht habe und er hat nur gefragt ob wir reden.

00:07:23: Sie stellt das Glas ab Dreh das Wasser zu.

00:07:26: Ihre Hände sind nass Herz geht zu schnell Und sie hat keine schönen Worte parat.

00:07:32: Dann geht sie trotzdem zur offenen Tür.

00:07:39: Ich weiß gerade nicht, wie ich das sagen soll", sagt sie.

00:07:45: Aber ich will nicht weggehen!

00:07:46: Nicht schon wieder.

00:07:49: Ihr Mann schaut auf – er ist selbst müde.

00:07:52: Er hat mit einem weiteren stillen Abend gerechnet.

00:07:55: Er sagt nichts Kluges….

00:07:56: er sagt nur ….

00:07:58: dann bleibt und rückt ein Stück zur Seite auf den Sofa.

00:08:03: Das ist keine große Versöhnung.

00:08:05: Kein Problem ist am Abend gelöst aber Der Rücken ist weg.

00:08:10: Zum ersten Mal seit Langem sitzen zwei Menschen nebeneinander, statt dass eine in der Küche verschwindet.

00:08:19: und jetzt zu dir... der sie ausgehalten hätte.

00:08:43: Wer über sie bestimmte, dem blieb genau eine Antwort – die ohne Strafe abgehen, sich leise zurückziehen und sichtbar werden mit dem was ihnen

00:08:53: wehtote.".

00:08:55: Die Mutter hat das so gemacht, die Großmutter davor auch.

00:08:59: Und jedes kleine Mädchen hat am Küchentisch zugesehen und diese Drehung als den sicheren Weg abgespeichert.

00:09:08: So wandert sie weiter von Rücken zu Rücken von Generation zu Generation.

00:09:14: Keine entscheidet sich dafür, es ist ein Körperwissen das nie jemand in Worte gefasst hat.

00:09:21: und heute?

00:09:23: Heute sagt der Partner etwas völlig harmloses manchmal sogar etwas Liebevolles doch wenn es bei ihr ankommt wie eine Forderung wie ein Du musst springt der alte Alarm an.

00:09:36: Der Körper dreht sich weg lange bevor der Kopf prüfen kann, ob dieser Mann hier gerade der Vater von damals ist.

00:09:45: Er ist es fast nie!

00:09:47: Aber das kleine Mädchen an der Spühle weißt er noch nicht.

00:09:53: Unser Nervensystem meint es gut – Es archiviert nur leider nichts und hält Akten von vor vierzig Jahren für Brand aktuell.

00:10:05: Und genau hier beginnt die Bewegung In dem Moment in dem Anna begreift wer sich da wegdreht.

00:10:13: Das ist kein sturer Mensch.

00:10:16: Es ist ein erschrockenes kleines Mädchen, das sich in Sicherheit bringt.

00:10:20: Da verliert die alte Drehung ihre Selbstverständlichkeit.

00:10:24: Anna fährt zum ersten Mal als die Erwachsene entscheiden, wie sie heute ist – die sich wehren darf, die traurig sein darf ohne sich zu verstecken.

00:10:34: Die bleiben kann wo das Mädchen früher gehen musste.

00:10:40: Das löst sich nicht an einem einzigen Dienstag!

00:10:44: So ein fadendes C. Er hält seit drei Generationen und manchmal sogar auch länger, aber er lässt sich anhalten.

00:10:52: Es reicht ihn einmal zu sehen statt den weiterzureichen.

00:10:59: Vielleicht magst du bevor du dein Handy weglegst noch einen Moment bei dir bleiben Einem Moment nur zum Hinschauen.

00:11:08: Denk mal an den letzten Abend an dem Du dich weggedreht hast.

00:11:14: es war wahrscheinlich keine große Szene eher so ein leiser Moment, in dem du dich plötzlich mit etwas beschäftigt hast das auch hätte warten können.

00:11:24: Der Abwasch der bis morgen Zeit gehabt hatte Das Handy Ein langer Blick aus dem Fenster.

00:11:31: Wann war das genau?

00:11:33: Und was hat der Mensch neben dir gesagt oder getan kurz bevor du dich gedreht hast?

00:11:43: Jetzt geh eine Ebene tiefer.

00:11:47: Was hast Du in diesem halben Moment davor gespürt?

00:11:51: in deinem Körper.

00:11:53: Vielleicht wurde es eng in der Brust, vielleicht war es ein Zusammenziehen im Bauch ganz kurz kaum zu fassen?

00:12:03: Vielleicht ein Beben an der Unterlippe?

00:12:08: Vielleicht einen Kribbeln in den Händen?

00:12:12: Genau dieses Gefühl ist die alte Spur.

00:12:16: da meldet sich das kleine Mädchen lange bevor du denken kannst.

00:12:21: Es genügt völlig das überhaupt zu bemerken.

00:12:25: Ah, da ist es wieder!

00:12:29: Und wenn du magst stelle ich dir eine letzte Frage für heute.

00:12:35: Wenn du dich das nächste mal wegdrehst und für einen Wimpern schlag den Rücken vor dir siehst dann fragt dich wessen Rücken ist das?

00:12:46: Ist das deine oder der deiner Mutter?

00:12:52: Der einer Frau die du nie hast weinen sehen?

00:13:01: Diese Frage darfst du einfach offen liegen lassen, wie ein Zettel auf dem Küchentisch.

00:13:08: Manchmal beantwortet sie sich von selbst an einem Abend, an dem du gar nicht damit rechnest.

00:13:17: Wenn dir dieser abgewandte Rücken bekannt vorkommt aus der eigenen Küche oder aus deiner Eltern dann musst du das nicht alleine sortieren.

00:13:27: wenn du magst reden wir einmal fünfzehn Minuten am Telefon kein Programm, keinen Druck nur um zu schauen was bei dir gerade dran ist.

00:13:36: Den Link dafür findest du in den Schonungs.

00:13:39: Erwartet da ob du klingelst.

00:13:41: das entscheidest Du und wenn du heute nur eine Sache mitnimmst dann diese die Drehung die du vielleicht kennst die drehung weg von deinem Partner ist kein magl an dir.

00:13:59: sie war einmal die Rettung eines kleinen Mädchens.

00:14:03: Darst du dir anschauen, ob du sie noch brauchst.

00:14:09: Danke dass du bisher herzugehört hast!

00:14:11: Ich freue mich wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

00:14:15: bis dahin habe eine wunderschöne Zeit.

00:14:17: pass gut auf dich auf und bleib dir selbst treu.

00:14:27: Das war die Pan inspirierende Beziehungsgeschichten.

00:14:31: mein Name ist Michael Darm.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.